Low-Code-Revolution: Wie Fachabteilungen mit der Power Platform eigene Apps bauen
Eine neue Excel-Auswertung, ein digitales Freigabeformular, eine App für die Lagerbestandsprüfung: Solche Anliegen landen in vielen Organisationen zunächst in der IT-Abteilung – und bleiben dort erst mal wochenlang liegen, weil wichtigere Projekte Vorrang haben. Also behelfen sich die Mitarbeitenden in den Fachabteilungen mit improvisierten Excel-Tabellen oder anderen provisorischen Lösungen. Mit Low-Code-Plattformen wie Power Apps können Mitarbeitende solche kleineren IT-Aufgaben allein lösen.

Was macht Low-Code so besonders?
Bei der sogenannten Low-Code-Entwicklung erstellen Anwender Apps und Automatisierungen über visuelle Bausteine statt über klassischen Programmiercode. Wer weiss, wie ein bestimmter Geschäftsprozess ablaufen soll, kann ihn damit selbst digital abbilden – ganz ohne irgendwelche Entwicklerkenntnisse. Die Power Platform bündelt dafür vier Komponenten: Power Apps für individuelle Anwendungen, Power Automate für automatisierte Workflows, Power BI für Datenanalysen und Power Pages für Webseiten. Da die Power Platform nahtlos mit Microsoft 365 und Azure zusammenspielt, lassen sich bestehende Unternehmensdaten und -strukturen direkt einbinden.
Fachabteilungen als treibende Kraft
Genau hier liegt der grosse Vorteil von Low-Code: Nicht mehr nur die IT-Abteilung entwickelt digitale Lösungen, sondern die Fachabteilungen selbst: Der Vertrieb baut sich mit Power Apps eine Anwendung zur mobilen Erfassung von Kundenbesuchen. Die HR-Abteilung automatisiert den Onboarding-Prozess neuer Mitarbeitender mit Power Automate. Der Einkauf digitalisiert und verschlankt Bestellfreigaben, die bisher umständlich per E-Mail und Unterschrift liefen. All das entsteht innerhalb weniger Tage statt Monate. Da die Lösungen direkt von den Leuten entwickelt werden, die sie später anwenden sollen, können die Apps und Automatisierungen optimal auf ihren Einsatzzweck zugeschnitten werden. So wird gleichzeitig auch die IT entlastet, die sich dann auf komplexere Projekte konzentrieren kann.
Allerdings: So praktisch das Low-Code-Prinzip auch ist – ein wenig Vorsicht ist geboten. Damit aus all den Low-Code-Lösungen keine unkontrollierte Schatten-IT wird, braucht es klare Governance-Regeln und Mitarbeitende mit fundiertem Grundlagenwissen.
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